VORREITER UND DAUERBRENNER
Zwei Bahnen. Ein Ziel.
Seit über sechs Jahrzehnten dient der Olympia-Eiskanal von Innsbruck/Igls dem internationalen Rodelsport als perfekte Bühne. Dank begleitender Sanierungsmaßnahmen konnten im Tiroler Eiskanal neben zwei Olympischen Spielen sowie fünf Welt- und zwei Europameisterschaften bisher auch 44 Weltcuprennen ausgetragen werden.
Die Ära des Kunsteises am Fuße des Patscherkofels wurde von den Olympischen Winterspielen 1964 eingeleitet, wobei für die Bob- und Rodelbewerbe zunächst zwei getrennte Bahnen errichtet wurde. Anlässlich der Winter-Spiele 1976 wurden die beiden Röhren durch eine kombinierte Bob-, Rodel- und Skeletonbahn ersetzt - eine Weltpremiere, mit entscheidenden Impulsen für den Schlittensport. 1981 wurde der Auslauf der Bahn um eine Kurve verlängert, zehn Jahre später der Damen-Start in die Kurve fünf verlegt. 1998 wurde der Zielauslauf abermals verlängert. Die Generalsanierung der Bahn wurde 2004 abgeschlossen, anschließenden erfolgte die Sanierung der Hochbauten. 20 Jahre später musste die Bahn aufgrund der Entwicklungen im Eiskanalsport sowie der Sicherheitsvorgaben der Weltverbände ab der Kurve 13 abgetragen und neu errichtet werden. Neben der Verlängerung und Begradigung des Auslaufs wurde ein neuer Start für die Damen und Doppelsitzer errichtet und der Publikumsbereich samt Zielgebäude neu gestaltet.
Der Olympia-Eiskanal wird von der Dachmarke Olympiaworld Innsbruck betrieben und vermarktet.
Technische Daten*:
Gesamtlänge 1.399 m
Höhendifferenz ca. 102 m
Kurvenanzahl 15 (inkl. Kreisel)
max. Kurvenhöhe 3,5 m
*Quelle: olympiaworld.at
VOM HISTORISCHEN RODELWEG ZUR WM-BÜHNE
Lange bevor Innsbruck/Igls mit dem Olympiaeiskanal internationale Sportgeschichte schrieb, galt die Heiligwasserbahn als eine der traditionsreichsten Naturrodelbahnen Tirols. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Igls zu einem Zentrum des Rodelsports. 1908 wurde der Wintersportverein Igls gegründet, wenig später entstanden mehrere Rodelstrecken rund um den Wallfahrtsort Heiligwasser. Bereits damals zog der Wintersport Gäste aus dem In- und Ausland an.
1910 errichtete der Wintersportverein Igls zudem eine rund 1.400 Meter lange Kunsteisbahn für Bob, Rodeln und Skeleton entlang der Römerstraße. Mit einer damals außergewöhnlichen telefonischen Zeitnehmung und dem Rücktransport der Sportgeräte per Pferdefuhrwerk gehörte die Anlage zu den modernsten in Europa.
Internationales Renommee erlangte Igls schließlich 1951 mit der ersten Rodel-Europameisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf der Naturbahn feierte Österreich einen historischen Dreifacherfolg: Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gingen sämtliche Medaillen an das Gastgeberland.
Mit der ersten kombinierten FIL-Weltmeisterschaft kehrt der internationale Alpin-Rodelsport nun an seine historischen Wurzeln zurück. Für die Titelkämpfe 2027 entsteht auf der Trasse der ehemaligen Heiligwasserbahn eine neue Wettkampfstrecke, auf der erstmals gemeinsam mit den Bewerben auf dem Olympiaeiskanal Weltmeisterinnen und Weltmeister gekürt werden.
Technische Daten*:
Länge: 805 m (2026)
Höhendifferenz 101 m
Durchschnittsgefälle: 12,5 % (max. 22 %)
Kurvenanzahl: 9
*Quelle: Stadtarchiv Innsbruck; Sportverein Igls
Bahn Igls 1964
